Erik und das Opa – Gespenst

ERIK UND DAS OPA  – GESPENST

Kim Fupz  Aakeson

Eva Erikson

Verlag Gerstenberg

 

Mit Leichtigkeit und gleichzeitig sehr behutsam erzählt der Autor von Erik. Der kleine Junge ist sehr traurig, denn sein Opa ist plötzlich gestorben. Und merkwürdig: Opa kommt immer wieder, immer nachts. Wie ein Gespenst. Erik weiß, Opa sucht etwas, ihm liegt etwas auf der Seele. Aber was kann das sein?

Liebevoll taucht die Geschichte ein in vergangene Zeiten. Mit einem Lächeln nehmen wir teil an den gemeinsamen Erinnerungen von Erik und Opa. Die ganze Fülle ihres und unseren Lebens wird lebendig.

Ja, und dann ist klar, was Opa fehlt, was ihn zum „Gespenst“ werden ließ. Trauer und Schmerz, die kleinen und großen Abschiede im Leben werden benannt, gewürdigt und akzeptiert. Selbst wenn Tränen fließen,  auch zum Schluss bleibt diese Geschichte leicht und tröstlich.

Monika Jünemann

„Noch einmal sprechen von der Wärme des Lebens…“ Mechtild Voss-Eiser

Wir alle kennen Trauer. Wir kennen diesen verzweifelten Schmerz, der unser Herz zerreißt. Wir alle wissen auch um die Kraft tröstender Psalmen und zärtlicher Gedichte. In unseren Sterbe- und Trauerbegleitungen sind wir ja oft hautnah dabei. Wenn wir dann vom Leben und Sterben sprechen, in einem klaren, behutsamen Miteinander, brauchen wir Inspirationen.

Eine wundervolle Inspiration ist dieses Buch. Mechtild Voss-Eiser (Verwaiste Eltern in Deutschland) hat darin beeindruckende und berührende Texte gesammelt. Trauernde Menschen, verwaiste Eltern, Partner, Kinder – sie alle schreien oder flüstern ihre Gedanken und Empfindungen heraus. Hoffnungslosigkeit, Wut, Einsamkeit, Verzweiflung, Trost, Zärtlichkeit, alle Gefühle haben ihren Raum, dürfen da sein. Wir entdecken liebevolle Gedichte, ewigalte Psalmen, Gebete und andere Texte aus der Literatur. Sie sprechen vom unendlichen Schmerz der Trauernden, aber auch „von der Wärme des Lebens…“ .

 

Zwei Textbeispiele:

„Das Sterben
Vielleicht ist es
kein Weggehen
sondern Zurückgehen?

Sind wir nicht unterwegs
mit ungenauem Ziel
mit ungenauer Ankunftszeit
mit Heimweh im Gepäck?

Wohin denn
sollten wir gehen
wenn nicht
nach Hause zurück?“ (Anne Steinwart)

 

 

Liebesgedicht

Lösch mir die Augen aus,
ich kann dich sehen,
wirf mir die Ohren zu, ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehen,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab,
ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich in meinem Blute tragen.“ (Rainer Maria Rilke)

 

Monika Jünemann