„Noch einmal sprechen von der Wärme des Lebens…“ Mechtild Voss-Eiser

Wir alle kennen Trauer. Wir kennen diesen verzweifelten Schmerz, der unser Herz zerreißt. Wir alle wissen auch um die Kraft tröstender Psalmen und zärtlicher Gedichte. In unseren Sterbe- und Trauerbegleitungen sind wir ja oft hautnah dabei. Wenn wir dann vom Leben und Sterben sprechen, in einem klaren, behutsamen Miteinander, brauchen wir Inspirationen.

Eine wundervolle Inspiration ist dieses Buch. Mechtild Voss-Eiser (Verwaiste Eltern in Deutschland) hat darin beeindruckende und berührende Texte gesammelt. Trauernde Menschen, verwaiste Eltern, Partner, Kinder – sie alle schreien oder flüstern ihre Gedanken und Empfindungen heraus. Hoffnungslosigkeit, Wut, Einsamkeit, Verzweiflung, Trost, Zärtlichkeit, alle Gefühle haben ihren Raum, dürfen da sein. Wir entdecken liebevolle Gedichte, ewigalte Psalmen, Gebete und andere Texte aus der Literatur. Sie sprechen vom unendlichen Schmerz der Trauernden, aber auch „von der Wärme des Lebens…“ .

 

Zwei Textbeispiele:

„Das Sterben
Vielleicht ist es
kein Weggehen
sondern Zurückgehen?

Sind wir nicht unterwegs
mit ungenauem Ziel
mit ungenauer Ankunftszeit
mit Heimweh im Gepäck?

Wohin denn
sollten wir gehen
wenn nicht
nach Hause zurück?“ (Anne Steinwart)

 

 

Liebesgedicht

Lösch mir die Augen aus,
ich kann dich sehen,
wirf mir die Ohren zu, ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehen,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab,
ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich in meinem Blute tragen.“ (Rainer Maria Rilke)

 

Monika Jünemann

Mitarbeit der LHB in der AG „Jugendliche und Kinder in Trauer“

Immer mehr Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen in Lübeck erleben trauernde Eltern und  Schüler*innen.

Fragen unterschiedlichster Färbung tauchen auf:

Wie gehen wir als Verantwortliche mit Trauernden im schulischen Bereich um?

Welche Gesprächsangebote können wir hier anbieten? Wo bekommen wir Unterstützung? Wie entscheidend ist unsere eigene Haltung? Welche Rituale sind hilfreich? Was ist zu bedenken?

Im Winter 2020 hat sich auf Initiative des Travebogens eine interessante AG (JuKiTs) in Lübeck zusammengefunden.

Mehrere Mitarbeitende in Schulen und Hospizdiensten haben sich in ihr vernetzt und sich mittlerweile dreimal in Zoomkonferenzen ausgetauscht.

Als Lübecker Hospizbewegung sind unsere Begleitungen in erster Linie trauernden, schwerstkranken und sterbenden Erwachsenen angepasst. Aber auch in dieser AG arbeiten wir engagiert mit. Im Meeting am 22. April gab unsere ehrenamtlich tätige Hospiz – und Trauerbegleiterin Monika Jünemann anhand von Impulsen einen Einblick in ihre vielseitigen Erfahrungen mit Trauergesprächen.

Abschied in Einsamkeit

Unter der Rubrik „Trauerratgeber“ wurde in der LN am 10. April auf die verschiedenen Trauerangebote im Raum Lübeck hingewiesen. Es gab ein kurzes Interview mit ehrenamtlichen Trauerbegleiter*innen der LHB zu der Frage der Trauerarbeit in Zeiten von Corona.

Kein persönlicher Abschied vom Sterbenden, kein mitfühlendes Gespräch unter Freunden und keine Trost spendende Umarmung. Der Tod in Pandemiezeiten ist einsam – wie geht man damit um? 

Derzeit können leider kein Trauercafé, als auch andere Gruppenaktivitäten angeboten werden, jedoch Trauereinzelgespräche finden jederzeit statt.

 

„Mensch der Woche“ – Ehrenamtlicher der Lübecker Hospizbewegung

Herr Manfred Haack, ehrenamtlicher Mitarbeiter der LHB seit 15 Jahren, wurde bei der NDR3 Sendung „Mein Nachmittag“  für sein ehrenamtliches Engagement geehrt und mit einem Blumenstrauß gedankt.

Herr Haack wurde dabei von dem Redaktionsteam überrascht, als er die Familie seiner Begleitung noch einmal besuchen wollte.

Er steht stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Hospizhelfer*innen, die bei der LHB, nach Absolvierung eines 10-monatigen Qualifizierungskurs, oft über viele Jahre schwerstkranke und sterbende Menschen wöchentlich besuchen und bis zum Ende begleiten.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/mein_nachmittag/Mensch-der-Woche-Manfred-Haack-aus-Luebeck,meinnachmittag25096.html

 

Neuer Qualifizierungskurs zum/zur Hospizhelfer*in

 

Anfang März konnte der neue Qualifierungskurs zum/zur Hospizhelfer*In bei der Lübecker Hospizbewegung online starten.

12 interessierte Teilnehmer*innen haben gemeinsam die Ausbildung begonnen, bei der sie in 100 Unterrichtseinheiten zum/zur Sterbegleiter*In ausgebildet werden.

Sie werden sich mit den Themen Tod, Trauer, Abschiednehmen und Bestattungsrituale, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, als auch mit den eigenen Erlebnissen auseinandersetzen.

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung als ehrenamtlicher Mitarbeiter*In schwerstkranke und sterbende Menschen zu beraten und zu begleiten.

 

Gedenkgottesdienst für unsere ehrenamtlichen Hospizhelfer*innen

 

 

Am Donnerstag, den 19. November fand unser jährlicher Gedenkgottesdienst in der Jakobikirche mit der Pastorin Kathrin Jedeck statt.

Gemeinsam haben sich unsere ehrenamtlichen Hospizhelfer*Innen in einer besinnlichen Stunde von den Verstorbenen verabschiedet, die sie in diesem Jahr in ihrer letzten Lebensphase begleitet und unterstützt haben. Es gab noch einmal Zeit sich dieser Menschen zu erinnern und innezuhalten.

 

 

 

 

Hospiz- und Palliativwoche 2020

Die Lübecker Hospizbewegung informierte im Rahmen der 7. Hospiz- und Palliativwoche am 13.10. in der Stadtbibliothek Lübeck zum Thema „Begleitung von schwerkranken Menschen und der Umgang mit Sterben und Tod“.

Besucher und Interessierte bekamen Einblick in die vielfältige Arbeit des ambulanten Hospizdienstes.

2 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Lübecker Hospizbewegung berichteten und informierten über ihre Erfahrungen.

Außerdem gab es eine Lesung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin und 1. Vorsitzenden des Vereins Frau Tinka Beller aus ihrem kürzlich erschienenen Buch  „Vom Geschenk des Abschiednehmens“.

Es wurde Einblick in die vielfältige Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter*Innen ermöglicht, anhand von verschiedenen konkreten Beispielen und Geschichten aus den Erlebnissen einer aktiven Hospizhelferin.

Die Zuhörer hatten dabei auch die Möglichkeit Fragen zu stellen und ihre persönlichen Erfahrungen auszutauschen.

 

 

 

Am 20.10. bekamen Besucher in einem offenen Gesprächskreis  „Wir gehen den Weg gemeinsam“  Einblicke in die vielfältige Arbeit der Lübecker Hospizbewegung.

Den Hauptteil der Arbeit leisten die rund 80 ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizbegleiter*Innen, die von einem Koordinationsteam von 3 hauptamtlichen Mitarbeiter*Innen organisiert und begleitet werden.

Neben der Hauptarbeit, die in der Begleitung von kranken und sterbenden Menschen geleistet wird, betreut die Lübecker Hospizbewegung ebenso Angehörige und Familienmitglieder mit einer Vielfalt von Leistungen. Diese wurden an diesem Tag von Mitarbeiter*Innen der LHB in einem offenen Gesprächskreis aufgezeigt.

2 ehrenamtliche Mitarbeiter*Innen berichteten über ihre Erfahrungen.

 

 

Die für den 24.10. geplante  „Hospizliche Stadtführung“  von der ehrenamtlichen Hospizbegleiterin und Stadtführerin Frau Birgit Müller, musste leider aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen und abgesagt werden.

Wir versuchen dies bei Gelegenheit nachzuholen und erneut für alle Interessierten anzubieten.

Trauerausbildung erfolgreich abgeschlossen

Am Sonnabend, den 19. September konnten 12 ehrenamtliche Mitarbeiter*Innen verschiedener ambulanter Hospizvereine ihre bereits im Oktober 2019 begonnene Ausbildung zur Trauerbegleitung erfolgreich abschließen.

Unter Leitung des Trauerausbilders Herrn Torger Bünemann konnten in mehreren Seminareinheiten Themen wie  „Depression und Trauer, Trauer aus systemischer Sicht, Trauer bei Kindern, Trauerabläufe und -modelle“  und noch vieles mehr bearbeitet werden. Alle 12 Teilnehmer* Innen konnten am Ende ihr erlangtes Zertifikat glücklich in den Händen halten und stehen ab sofort den Hospizvereinen für die anstehende Trauerarbeit zur Verfügung.

Wir freuen uns sehr die frisch ausgebildeten Trauerbegleiter*Innen ab sofort bei uns in die Trauerarbeit mit aufzunehmen.

Wir gratulieren zu diesem Abschluss!