Tinka Beller: „Vom Geschenk des Abschiednehmens“

Tinka Beller: „Vom Geschenk des Abschiednehmens“

Edition Forsbach

 

Kennt Ihr das auch? Ihr lest eine Geschichte, eine Geschichte über Abschiede und sofort fühlt Ihr Euch den Menschen nahe. Einfach so, weil wir Menschen uns so ähnlich sind. Einfach so, weil unsere Abschiede sich ähneln. Weil wir vergleichbare Träume träumen und die gleichen Märchen gelesen haben.

Ich lese Tinka Bellers erstes Buch als ehrenamtliche Hospizbegleiterin „Vom Geschenk des Abschiednehmens“. Ich lese von Momenten im Leben Schwerstkranker, Sterbender. Ich spüre nach, ich erlebe mit, was andere erlebt, durchlitten, durchlacht haben.

Tinka Beller nimmt uns in ihren Abschiedserzählungen hinein in sehr unterschiedliche Begegnungen. Und immer lässt uns ein fremder Mensch teilhaben an seinen Träumen, seinen Verletzungen, seinen Sehnsüchten, seinen Lebensrissen. Und wieder spüre ich: Ja, das kommt mir so bekannt vor!

Und Grünkohl mit Pinkel, oh ja, das mag ich auch. Tinka Beller erzählt so lebensnah, dass ich glaube, den herzhaften Duft wahrzunehmen zu können.

Dieses Buch ist eine wundervolle Inspiration für uns alle. Für uns Ehrenamtliche, die wir Menschen bei ihren Abschieden begleiten. Für die Menschen, die Abschied nehmen müssen von geliebten Menschen, vom Leben selbst.

 

Monika Jünemann

Mitgliederversammlung der LHB am 4. April 23

Zu unserer 31. Mitgliederversammlung waren wir Gast in den Räumen der Schwesternschaft des DRK. Der fantastische Ausblick auf die Wakenitz passte gut zu der entspannten, angenehmen Stimmung dieses Abends.

Wieder durften wir neue Ehrenamtliche und Mitglieder mit einer Rose willkommen heißen. Vielen Dank für Euer Engagement für unsere Hospizarbeit!

Über die seit der letzten MV geleistete Arbeit – Begleitungen, Ausbildung, Vernetzung, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit – gaben Geschäftsführung und Vorstand einen übersichtlichen und anschaulichen Überblick.

Engagiert und voller Einfühlungsvermögen berichtete eine Ehrenamtliche über die facettenreiche Begleitarbeit des Trauerteams im Trauercafe, Deathcafe und in zahlreichen Trauereinzelgesprächen. Da die Anfrage zu Trauerbegleitung weiterhin zunimmt, können wir in diesem Jahr zusätzlich eine spezielle Ausbildung anbieten – ermöglicht durch eine großzügige Spende.

Vertreter des Travebogens informierten uns über den aktuellen Planungsstand des „Hauses für Lübeck“.

Zu unserer großen Freude konnten wir drei neue Vorstandsmitglieder wählen und begrüßen. Wir freuen uns sehr über Eure Bereitschaft, die Lübecker Hospizbewegung tatkräftig zu unterstützen.  Auf eine gute Zusammenarbeit!

 

MJ

 

Mitgliederversammlung 04.04.2023

Am 04.04.2023 findet unsere 31. Mitgliederversammlung in Lübeck, Marlistraße 10 statt.

Neben den Berichten aus allen Bereichen unserer Tätigkeit im Jahr 2022 stehen wieder turnusmäßige Wahlen an.

Wir würden uns über weitere Unterstützung in der Vorstandsarbeit freuen,

bei Interesse melden Sie sich bitte für nähere Informationen in der Geschäftsstelle

0451/  899 77 75.

Die Einladungen gehen allen Mitgliedern rechtzeitig zu.

Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch.

Neuer Qualifizierungskurs ist gestartet

Start des neuen Qualifizierungskurses

Anfang März haben sich wieder 12 interessierte Teilnehmer*innen im Heilig-Geist Gewölbekeller zu einem Einführungstag zusammen gefunden, sich gegenseitig kennengelernt und sich in ersten Schritten mit dem Thema Hospiz- und Palliativarbeit auseinandergesetzt.

Sie werden bis Mitte November in 100 Seminareinheiten zu ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen ausgebildet.

Vor den Teilnehmer*innen stehen viele interessante und komplexe Lehrinhalte, die vom richtigen Umgang mit kranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen, dem Lernen von Besuchsdiensten in Alten- und Pflegeheimen bis zu Seminaren zur Selbsterfahrung reichen.

Ende des Jahres haben die Teilnehmer*innen ihre Qualifikation abgeschlossen und können in das Ehrenamt eigenständig starten.

 

 

Kleine Schuleinheit in der Baltic – Schule

Kleine Schuleinheit in der Baltic – Schule

am 13.Februar 2023

 

*Hast du schon einmal tiefe Trauer erlebt? Gibt es dazu Bilder oder Farben oder bestimmte Musik?

*Die Würde des Lebens und die Würde des Sterbens – was verbindest du damit?

*Glaubst du an ein Weiterleben nach dem Tode? Welche Vorstellungen tauchen in dir auf?

 

Mit großer Offenheit beantworteten Schüler und Schülerinnen der Baltic – Schule diese und ähnliche Fragen im Rahmen einer kleiner Schnuppereinheit zum Themenkreis Abschied / Sterben / Tod.

Und wieder zeigte sich, wie interessiert, nachdenklich und sensibel sich Jugendliche auf dieseThemen einlassen. Sie stellten kluge eigene Fragen und berichteten einfühlsam über eigene Erfahrungen mit dem Abschiednehmen im Familienkreis und näherem Umfeld.

 

Die Lübecker Hospizbewegung bietet auch in diesem Jahr interessierten Schulen diese kleine Einheit als Einstieg in diesen Themenkreis an.

 

Home for Christmas 28.12.2022

Update: Die große Konzertreihe ist abgeschlossen und alle Einnahmen sind verbucht worden. Die Lübecker Hospizbewegung freut sich über 462,58 €, die auf unser Konto überwiesen wurden.

Wir danken den Organisatoren und besonders den Musikern für Ihren Einsatz!

Am 28. Dezember erlebten wir ein besonderes Konzert in der weihnachtlich geschmückten St.-Lorenz-Kirche. Das Weihnachtskonzert „Home for Christmas“ gastierte in Lübeck. Die Musiker sind in 26 Städten Schleswig-Holsteins aufgetreten, um Spenden für den Hospiz- und Palliativverband S-H zu sammeln.

Nach kurzen Begrüßungsworten – für die Lübecker Hospizbewegung sprach unser Vorstandsmitglied Ilse Cordts – verwöhnten uns die vier Musiker mit einem weihnachtlichen Feuerwerk. Bekannte Weihnachtslieder, eigene Kompositionen und internationale Folklore wechselten sich munter ab. MayaMo, die Sängerin mit Wurzeln in Guatemala und Kanada, führte gekonnt durch das Programm und zauberte mit ihrer Stimme eine weihnachtliche Atmosphäre in den Raum. Lediglich Plattdeutsch zu singen, traute sie sich nicht. So sang der hervorragende Pianist Georg Schroeter das Lied vom „Freesenhof“. Marc Breitfelder mit seiner Mundharmonika und der Keyborder Markus Schröder sorgten für einen melodischen und vollen Klang.

MayaMo meinte nach einigen Titeln, die Lübecker würden sich eher nach innen freuen und wohl nicht so sehr aus sich herausgehen. Das änderte sich zusehends, und als die Band „Feliz Navidad“ anstimmte, war es mit der Zurückhaltung vorbei. Erst nach Zugaben wurden die Musiker entlassen.

Wir haben ein außerordentlich gelungenes Konzert erlebt – und hoffen auf mehr in der nächsten Weihnachtszeit.

Treffen mit der Lübecker TelefonSeelsorge

Am 7. Dezember stellten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Margarita Hüpping und Monika Jünemann den Ehrenamtlichen der TelefonSeelsorge die  Leitidee und Begleitarbeit der Lübecker Hospizbewegung vor.

Berichte von sehr besonderen, persönlich erlebten Begleitungen rundeten den ersten Teil ab. Die Teilnehmenden bereicherten den inspirierenden Austausch mit kundigen Fragen und Ergänzungen und schufen so eine besondere, dichte Atmosphäre im Raum. Wir alle spürten, wie beglückend es sein kann, anderen Menschen beizustehen, sie zu begleiten, ob in der TelefonSeelsorge oder in der ambulanten Hospizarbeit.

Anschließend hielt Pastor Frank Gottschalk, Leiter der Lübecker TelefonSeelsorge, eines der vielen, bunten, von Monika Jünemann erstellten Plakate hoch. Dieses, knallrosafarben, war schwarz beschrieben mit den Begriffen „Da sein, Hören, Gespräch, Aushalten“. Genau diese Elemente, sagte Pfarrer Gottschalk, würden beide Institutionen verbinden. So unterschiedlich wir auch seien in Auftrag und Arbeitsweise –  beide sorgen wir uns in aller Achtsamkeit um die Seelen, die Würde der uns Anvertrauten.

Als Vertreterinnen der LHB fanden wir es sehr schön, dass wir uns so engagiert ausgetauscht und so viel Verbindendes entdeckt haben. Und gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der TelefonSeelsorge waren wir uns einig darin, wir Ehrenamtlichen sind nicht nur Gebende – nein, wir alle werden in unserem Ehrenamt reich beschenkt.

Monika Jünemann

8000-Euro-Spende des Rosenhofs für Hospizvereine

Im August wurde das 30-jährige Bestehen der Seniorenwohnanlage Rosenhof auf dem Priwall unter anderem mit einer großen Tombola gefeiert. Es kamen insgesamt 600 Preise zusammen, die der Bewohnerbeirat anlässlich des Festes auf die Beine gestellt hatte. Als Ergebnis konnte eine erfreuliche Summe von insgesamt 8000 € erwirtschaftet werden. Diese wurden während des traditionellen Herbstkonzertes der Seniorenwohnanlage in Form zwei symbolischer Schecks in Höhe von je 4000€ an die beiden ambulanten Hospizvereine „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ und der „Lübecker Hospizbewegung e.V.“ überreicht. Rosenhof-Direktor Reinhard Antrich betonte, dass es der Einrichtung wichtig gewesen sei, dass der Tombola-Erlös in der Region bleiben und sozialen Zwecken zugute kommen soll. Die Koordinatorin Andrea Halbmann-Merz und Margarita Hüpping vom Vorstand nahmen dankend den Scheck entgegen.

Gottesdienst zum 30-jährigen Jubiläum

Am 22.10.2022 fand in der Jakobikirche der Gottesdienst zum 30- jährigen Jubiläum der Lübecker Hospizbewegung statt.

Unsere Vorsitzende Tinka Beller sprach Grußworte und übernahm die Lesung für die Predigt.

3 Ehrenamtliche berichteten von ihren Begleitungen- das war sehr bewegend.

In der Predigt, die von den Pastoren Kathrin und Lutz Jedeck und Propst i.R. Andreas Weiß gestaltet wurde, fand die Arbeit der Lübecker Hospizbewegung und ihrer Ehrenamtlichen große Wertschätzung und Anerkennung.

Auch in den Fürbitten, die von Ehrenamtlichen vorgetragen wurden.

Das Jazztrio „ Autumm Leaves“ begleitete den Gottesdienst mit wunderschöner Musik, Im Anschluss gab es einen Empfang im Gemeinderaum mit guten Begegnungen und Gesprächen.

Es war ein bewegender und berührender Gottesdienst!

Ilse Cordts

Lesung und Gesprächskreis im Rahmen der Hospiz- und Palliativwoche

Die Lübecker Hospizbewegung hatte am 14. Oktober im Rahmen der Hospizwoche zu einer Lesung und einem Gesprächskreis ins Café Camino eingeladen.

Begleitung von Schwerstkranken, von Sterbenden und Trauernden. Wie geht das?

Und so versammelten sich elf Interessierte in einem besonderen Raum des Cafes, gespannt auf das, was kommen würde.

Tinka Beller, Vorsitzende, ehrenamtliche Sterbebegleiterin und Autorin mehrerer Bücher zum Thema, begann ihre Lesung mit einem persönlichen Einblick in ausgesuchte Begleitungen. So erzählte sie vom Sterben des Stiefvaters, von all dem, was innerhalb der Familie in dieser so besonderen Lebensphase unternommen wurde. Und das war wirklich ziemlich viel!!!

Die Autorin las leicht und locker. Als sie den schmerzlichen Verlust des Stiefvaters schilderte – so bitter für die ganze Familie – war im Raum die besondere Stille zu spüren, die solchen Momenten eigen ist.

Und einige Minuten später war dann  amüsiertes, befreiendes Lachen zu hören. Wer rechnet auch schon damit, dass in einem stationären Hospiz BIER zum Frühstück gereicht wird??

Und das, obwohl doch der Gast gerade „eingeschlafen“ ist?

In einem dritten Teil ihrer Lesung ließ uns Tinka Beller teilhaben an einer besonderen Begleitung zu einer noch jüngeren Frau. Hier ging es um die Qualität, die Bedeutung und den schmerzlichen Verlust von sprachlicher Kommunikation.

Wie achtsam, wie behutsam eine Begleitung für beide Seiten sein sollte, unterstrich Monika Jünemann, ebenfalls ehrenamtliche Begleiterin, mit einem beeindruckenden Zitat von Claudia Bausewein.

In der  Einleitungsrunde wurde dazu eingeladen, sich gerne mit Fragen, persönlichen Erzählungen oder Impulsen einzubringen. Und so beteiligten sich alle Teilnehmenden – aus den unterschiedlichsten beruflichen und persönlichen Kontexten –  interessiert und achtsam. So entwickelte sich bereits während der ersten Lesung ein inspirierendes Gespräch untereinander.

 

Monika Jünemann stellte dann – ausgehend von einem Zitat von Cicely Saunders –  die Struktur, Leitidee und Arbeitsweise der Lübecker Hospizbewegung dar. Wichtige Kernaussagen bereicherte sie mit eigenen Erfahrungen aus ihren Begleitungen. So schilderte sie die Begleitung eines Mannes, der trotz vorheriger Angst und Sorge es schaffte, seine Mutter im Sterben zu begleiten, zu berühren, ja mit ihr zu sprechen, auch noch Stunden nach ihrem Tod. Ihm gelang es diese Nähe, weil er das Sterben seiner Mutter nicht allein „schultern“ musste. Weil eine Begleitung „einfach nur da war“. Einfach ihm den Rücken stärkte, ihm buchstäblich eine ganze lange Nacht lang immer mal wieder die Hand auf den Rücken legte. „Da war“.

Auch zu diesen Berichten brachten sich alle Teilnehmenden engagiert und wissbegierig mit reflektierten Fragen und persönlichen Erlebnissen ein und  trugen so zu einem lebhaften Austausch bei. Deutlich war zu spüren, viele verfügten bereits über Wissen und Erfahrung in diesem Themenbereich.

Wie ist das denn genau mit den körperlichen Anzeichen des nahenden Todes? Wie ist das mit dem Austarieren von Nähe und Distanz? Wie gehen wir mit den unterschiedlichen Religionen um? Wie können wir auch nonverbale Zeichen wahrnehmen und richtig deuten? Und wie kann eigentlich so ein Trauercafé funktionieren? Wie schützen sich Trauer- und Sterbebegleiterinnen selbst?

Das sind nur einige der auftauchenden Fragen dieser Gesprächsrunde. Und natürlich konnten wir nicht alle ausführlich behandeln. Zum Nachspüren und nochmaligen Nachdenken gab es  ein „paper“ mit beiden vorgetragenen Zitaten, einigen Kernsätzen der Hospizarbeit sowie persönlichen Besinnungsfragen.

Zur Abrundung diente das Gebet „Der Segen der Trauernden“, eine Wertschätzung der Achtsam- und Behutsamkeit im Umgang mit Menschen in Trauer.

Dieses Treffen war bereichernd und berührend, machte klug, so lauteten die Rückmeldungen im abschließenden Blitzlicht. Und so verabschiedeten sich auch mehrere Gäste mit dem Wunsch, sich bald in einem ähnlichen Kreis wieder zu sehen.

Wir freuen uns darauf!

Monika Jünemann